Haben Sie auch solche Angst ?

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Betonklötzchen, große und keine in Travemünde suggerieren Sicherheit.
Suggestion von Sicherheit, doch auf der halben Strecke ist nichts zu sehen, aber dafür gibt es sicherlich später die guten Erklärungen.

Die Geschäfte mit der Sicherheit

Die Frage nach der Sicherheit wird in Zeiten des allgegenwärtigen Terrors zur Zeit sehr groß geschrieben.

Travemünde – In Reih und Glied stehen sie da die Betonklötze die zum Beipiel einen LKW daran hindern sollen in eine Menschenmenge zu fahren. Am Brüggmanngarten aufgestellt, sehen wir die Suggestion von passiver Sicherheit. Auch die Warnung vor K.O Tropfen und eine erheblich angehobene Präsenz der Polizei sollen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Bei genauerer Betrachtung jedoch sehen wir die Lücken. Man muss gar nicht mal genau hinsehen, die Betonklötze sind nur zur Hälfte aufgestellt. Der kleine Metallzaun bei etwa einem Drittel der Strecke wird einen LKW kaum daran hindern in eine Menschenmenge zu rasen. Ohnehin ist im Verkehrskonzept zu bestimmten Zeiten mit einem Fahrzeug ab 3,5 t die Durchfahrt verboten. Auch die angehobene Zahl der Polizisten, die auf der Travemünder Woche auflaufen werden ist nur selektiv sicher. An den Punkten wo große Menschenmassen erwartet werden hat das sicherlich seine Berechtigung, auch die Jugendschutzkotrollen sind richtig und wichtig. An den weniger besuchten Stellen werden wir kaum eine Polizeipräsenz ausmachen, doch hier könnte man meinen, wäre es sicherlich sinnvoll wenn man auch dort auf die Gäste der Travemünder Woche aufpassen würde.

Allerdings hat man ja im Konzept für Travemünder Woche ein stilles Fest geplant. Highlights sind nicht zu sehen. Ein Fest für Segler mit einem deutlich mehr auf kulinarische Köstlichkeiten und erlesene Getränke ausgelegte Sache. Die goldenen Zeiten mit 120.000 Besuchern zu einem Mega Konzert sind ohnehin Geschichte. Diese Zeiten werden wir in Travemünde nicht mehr sehen. Die Entwicklung des Ortes in still und leise setzt sich fort.

Beton ist zur Zeit in aller Munde. Fast jeder 2. äußerte sich negativ zu den Gegebenheiten der Totalbebauung für Travemünde. Die Ferienzeiten in Gesamtdeutschland lassen auch für Travemünder Woche keinen Mega Hype erwarten und auch die Besucherzahlen gehen zurück. Selbstverständlich sehen die Tourismus Experten und die Menschen die den Ort verkaufen sollen das selbstverständlich ganz anders. Nun gesellen sich zu den großen Betonwürfeln auch noch die kleinen Betonklötze.

Die meisten Konzerte sind spätestens um 22:00 durch, nur die Laser Shows finden etwas später statt. Es wird leiser werden, jedes Jahr stetig und nachher war es wieder mal zu laut. Das muss dann im darauf folgenden Jahr deutlich reduziert werden. So setzt es sich dann Jahr für Jahr fort, bis wir schlußendlich bei einem kleinen Dorffest angekommen sind. 

Haben wir Angst ? Nein, Travemünde ist ein sehr stiller Ort geworden und 10 Tage Festivitäten wird niemanden umhauen. Die paar Säufer, die sich beim REWE mit Bier volladen können wir allemal verkraften. Das Gefühl von allgegenwärtiger Sicherheit allerdings erdrückt und es macht keinen Spass über eine Festmeile zu laufen, begleitet von einer massiven Polizeipräsenz.

Ein Fakt aber bleibt, mit Sicherheit lassen sich Wahlen gewinnen und es gibt Firmen die das ganz toll finden. Die verdienen ein ungeheures Geld mit Sicherheit, die in Travemünde vielleicht nicht notwendig ist. Die aufzuwendenen Finanzmittel für den Polizeieinsatz könnte man durchaus an anderen Stellen besser einsetzen.

Also, Angst habe ich nicht…

cbo

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