Themen die nicht in Vergessenheit geraten dürfen…

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Kundgebung zur Waterfront auf dem Priwall
Eckhard Erdmann vom Verein der Priwallbewohner e.V erläuterte an diesem Nachmittag viel Wichtiges. Foto: Bornhöft

Themen die nicht in Vergessenheit geraten dürfen…

Detlev Stolzenberg hatte zu einer Kundgebung aufgerufen. Der parteilose Kandiat zur Wahl des Bürgermeisters rief zur Kundgebung auf und trotz des schlechten Wetters kamen 45 Interessierte zur Kundgebung auf dem Priwall.

Travemünde – Die Weichen für Travemünde sind gestellt, die Waterfront wird gebaut. Dies können wir jeden Tag sehen. Der erste Bauabschnitt ist von der Stadt geplant und von der Bürgerschaft abgesegnet worden. Eine Klage dagegen kam nicht zustande, die Naturschutzverbände machten einen Rückzieher. CDU, SPD, FDP, BfL und die Freien Wähler winkten die Bebauung durch.

Jetzt ist der zweite Bauabschnitt im Gespräch, ein Hotel auf der Kohlenhofspitze ist geplant, Anträge liegen offiziell noch nicht vor, doch hinter den Kulissen sieht es ganz genau danach aus. Dazu hatte Detlev Stolzenberg, unabhängiger Kandidat zur Wahl des Bürgermeisters in Lübeck, eine Kundgebung ausgerufen.

Dauerregen konnte die Teilnehmer auch nicht davon abhalten, ausgiebig über ein Thema zu diskutieren, welches die Menschen und den Ort spaltet. Selbstverständlich muss Travemünde eine Entwicklung vollziehen, doch die Hau drauf Methode wird nicht gelingen. Eckhard Erdmann vom Verein der Priwallbewohner zeigte sich kämpferisch offensiv und bekam sehr viel Beifall für seine Ausführungen

Die Entwicklung ist ein Weg, der zu gehen ist, dieser sollte aber im Einklang aller Parteien geschehen und bei einem so großen Projekt sind sehr viele Meinungen zu berücksichtigen. Die Rücksicht seitens der Bürgerschaft fehlte in der Vergangenheit und auch in der Stadtspitze wurde die gebotene Sensitivität vermisst. Die Entwicklung ist mehr Investorenfreudlich als Bürgefreundlich.

Der Weg zu Einem Ergebnis führt über die Planungen der Stadt, anschließend die Auseinandersetzung in der Bürgerschaft und danach erfolgt die Umsetzung eines Beschlusses, der zu weiteren Erörterungen und Ergebnisfindungen in die entsprechenden Ausschüsse gegeben werden kann.

Die Ausgangsbasis ist also die Planung der Stadt, die der Kandiadt Stolzenberg anders aufstellen will. Sachlicher und mit mehr Berücksichtigung der Menschen, die hier leben und auch die Gäste und deren Aussagen sind wichtig. Alle diese Menschen müssen sich in einer Kommune wohlfühlen. Wenn solche Projekte zu sozialen Spannungen führen, ist das dem Gemeinwohl abträglich. Detlev Stolzenberg fordert mehr Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, mehr öffentliche Diskussion und weniger Geheimniskrämerei in nicht öffentlichen Ausschüssen. Es muss mehr Licht auf die Gegebenheiten geworfen werden, die Entwicklung der Stadt transparenter und vor allem sollten Diskussion und Abstimmungen zu einem Ergebnis führen, welches eine große Zahl von Menschen akzeptieren kann.

Das Projekt Waterfront und viele andere Bauvorhaben wird in Travemünde ebenfalls wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Wirtschaft wäre gut beraten, diese Einflüsse abzusehen und sich für die eigenen Belange mehr und weitsichtiger einzusetzen. Eine Erhöhung der Bettenzahl um eine so gewaltige Menge wird einen Preiskampf hervorrufen, den die ansässigen Betriebe verlieren könnten. Daraus folgt dann der Abbau von Arbeitsplätzen und die Qualität des Angebotes „Travemünde“ reduziert sich.

Mit der Reduzierung der Naturflächen verschlechtert sich die Situation für die Anwohner, und der Gäste, niemand wird wegen eines billigen Bettes nach Travemünde kommen, vielmehr möchte man Meer erleben und auch Naherholungsgebiet sind für die touristische Entwicklung des Seebades Travemünde eine wichtige Sache. Die in den Prospekten dargestellte Utopie des Blicks auf den Strand ist fehlerhaft. Wenn die Waterfront einst fertig sein wird, haben nur noch einige wenige privilegierte einen Ausblick auf das Wasser. Die Grünflächen sind dann fast nicht mehr sichtbar und der Ausblick von der Vorderreihe auf das Grün des Priwalls ist dann unausweichlich weg. Nicht einmal mehr der Blick von der Passat kann dann die für Travemünde wichtige Natur zeigen, Stelzenhäuser und die Promenadenvillen versperren den freien Blick auf die Natur. Das ist bereits ein Fakt, dieser hätte sehr viel sensibler angegangen werden müssen.

Detlev Stolzenberg ist in der Opposition, doch diese wächst. Es erfordert Mut und genau das wird sowohl in der Bürgerschaft als auch bei der derzeitigen Stadtspitze deutlich vermisst. Den Mut zu haben auch mal ein Nein auszusprechen und dafür vernünftige Gründe anzubringen, was nicht bedeuten soll, eine Entwicklung damit auszubremsen.

Inzwischen wird auch das Thema Zugang zum Priwall diskutiert. Der Investor Hollesen ist in Verhandlungen mit dem Stadtverkehr Lübeck, für die Gäste der Waterfront Preise auszuhandeln. Ein großer Teil der Allgemeinheit wird damit von dem Vorschlag eines Rundweges um den Priwall und der Vorderreihe, den die LTM favorisiert,  ausgeschlossen. Auch ein ganzjähriger Betrieb der Norderfähre erscheint ausgeschlossen, somit werden sich die touristisch gesteckten Ziele kaum erreichen lassen.

Vermisst haben wir die Vertreter der in Travemünde agierenden Parteien, ein Argument „Das ist Wahlkampf“ kann bei solchen Dingen immer gerne als Argument angeführt werden. Ratsam wäre es dann jedoch, wenn auch die Etablierten sich zu Themen stellen, dieser Wunsch wurde bei der Kundgebung auch mehrfach geäußert.

cbo

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