Travemünde Ortsrat – Kandidaten diskutieren mit Bürgern

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Travemünde Ortsrat - Diskussion mit Kandidaten
Travemünde - Moderiert von Fritz Toelsner. Radio Travemünde, die Diskussion mit den Menschen die sich bei der Bürgermeister Wahl als Kandidaten bewerben wollen.

Travemünde Ortsrat – Kandidaten diskutieren mit Bürgern

Die Kandiaten zur Bürgemeister Wahl im Herbst/Winter 2017/2018 stellten sich den Fragen der Bürger.

Travemünde – Der Ortsrat Travemünde hatte eingeladen zur Diskussion über die Travemünder Themen und die Bürger konnten ihre Fragen an die Kandidaten zur Bürgermeister Wahl stellen. 

Nur wenige Menschen folgten dieser Einladung. Das Interesse ist noch gering, dennoch bot sich eine gute Gelegenheit herauszufinden wie die „ticken“, wenn es um Travemünder Themen geht. 

Moderiert wurde die Veranstaltung von Fritz Toelsner – Radio Travemünde – und zur Diskussion stellten sich Detlev Stolzenberg (parteilos), Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD).

In Fragerunden der Bürger, verbunden mit den Stichworten des Moderators ergab sich eine konstruktive Veranstaltung und der Gewinn an Information zu den einzelnen Kandidaten war sehr hoch. Die Wahl ist noch nicht angesetzt, dies geschieht am 28.April im Lübecker Rathaus, dennoch sind die Meinungen der potenziellen Kandidaten ausschlaggebend für die Richtung, in die Travemünde und Lübeck in den kommenden 6 Jahren segeln werden.

Kreuzfahrt Tourismus und Verkehr sind Themen mit sehr unterschiedlichen Meinungen. Die Entwicklung des Hafens und die damit verbundenen Problematiken sind Themen die in Travemünde immer wieder heiß diskutiert werden. Den Kreuzfahrt Boom kann man auch nicht mehr mitnehmen, denn die „dicken Pötte“ werden immer dicker. In Travemünde direkt geht bis 240 Meter Schiffslänge, eine Verlagerung des Schiffsverkehrs in die Lübecker Bucht oder an das Brodtener Steilufer verneinten Jan Lindenau und Detlev Stolzenberg. Einzig Frau Weiher würde die Entwicklung gerne in die Diskussion bringen. Vielleicht ergeben sich zukünftig Möglichkeiten die bisher noch nicht ins Kalkül gezogen wurden, denn Techniken verändern sich durch Innovation und Schleswig Holstein darf sich zukünftig mit den Auswirkungen der Beltquerung auseinandersetzen.

Die Prognose zur Beltquerung ist eher dürftig ausgefallen, die Einwirkungen auf das Große Ganze ist in den Köpfen der Kandidaten bei Weitem noch nicht angekommen. Führende Wirtschaftswissenschaftler drücken es aus, der Schiffverkehr und der Tourismus werden an der südlichen Ostsee vorbeiziehen. Die Entwicklungen sind nicht abzusehen und in Lübeck setzt man zurzeit alles daran, den Hafen vollständig zu versenken. Das Waterfront Projekt kann das Hotel direkt an die Trave setzten, eine Zweischiffigkeit der Trave verbaut, die Hafeninfrastruktur mit Gas und Landstrom ein bischen in der Entwicklung, doch keine gesunde Entwicklung mit Weitsicht.

Das Bürgerschaftsmitglied Thomas Thalau (CDU) warf ein das man ja am Priwall herumbaggern müsse, um die Zweischiffigkeit zu ermöglichen. Detlev Stolzenberg erwiderte dass es sich in etwa um 30 Meter Priwall handelte, aber einer Flächenversiegelung von 15.000 Quadratmetern Priwall stimme man zu. Das Projekt Waterfront mit allen Aspekten der Bauplanung, Bürgerschaftsentscheidungen und Bauausführung tut Travemünde weh. Viele Menschen behaupten das eine Entwicklung des Priwalls mit der Holzhammer Methode zu viel des Guten ist und den sozialen Frieden in Travemünde erheblich vermindert habe.

Den richtigen Weg für die Zukunft aufzuzeigen ist eine Thema, welches in 3 Minuten Redezeit nicht zu erledigen ist. Eine Abstimmung zur Verlängerung der Paul Brümmer Strasse zeigte die Travemünder Meinung. Etwa 50% zu 50% zeigen deutlich wie viel Spannung in Travemünde zu den Themen Verkehrsinfrastruktur vorhanden ist. Der Tourismus soll wachsen und damit verbunden werden zukünftig erwartete 5000 Fahrzeuge mehr in Travemünde ankommen. Dann darf die Frage auch erlaubt sein, wohin mit dem ganzen Blech und wie viel Natur muss in Travemünde weg, damit diese Zunahme zu bewältigen ist.

Wohnen und Leben in Travemünde, viel zu teuer. Ein Ergebnis der SPD geführten Stadtverwaltung unter Bernd Saxe. Die Entwicklung in Travemünde ist alles andere als gesund. Wohnungsbau in ganz Lübeck ein Totalversagen und die Bürger haben nun bald die Wahl und können damit ein deutliches Zeichen setzen. Wem man diesbezüglich besser folgen kann wäre jetzt Wahlkampf, der ist aber noch lange nicht.

Ein Dauerbrenner “ Schwimmbad für Travemünde“, Freiherr Ulf von Dankelmann (Travemünder Wirtschaftgemeinschaft) stellte diese Frage ganz direkt. Keine der direkten Antworten war zufriedenstellend. 

Veränderung der Frequenzen und Zeiten des öffentlichen Nahverkehrs werden erwünscht. So besteht der Wunsch zum Beispiel den Zeitraum der Abfahrtszeiten der Linie 40 zu erweitern. Dazu werden Gespräche mit dem Stadtverkehr Lübeck notwendig und alle 3 Kandidaten sprechen sich für eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs aus.

Stadtteilbüros sind notwendig, so alle 3 Kandidaten. Frau Weiher denkt über eine mobile Lösung nach, Herr Stolzenberg führte an, dass es in anderen deutschen Städten ja auch möglich ist und auch Herr Lindenau möchte sich des Themas Bürgerservice annehemen. 

Einigkeit herrschte bei der Frage der Überalterung des Ortes. Travemünde hat 14.500 Einwohner, davon halten sich etwa 8.500 Einwohner dauerhaft in Travemünde auf. Im Winter dunkel und im Sommer aus allen Nähten platzend, ergeben sich daraus viele Ketten in Sachen Schulentwicklung, Kindertagesstätten und ärztlicher Versorgung. Das soll sich dem Einvernehmen der Kandidaten nach verändern.

Im Tenor der Veranstaltung lag die Aussage „Die Vergangenheit ist nicht zu verändern, die Zukunft schon“. Den Aufbruch in eine neue Zeit wollen alle 3 Kandidaten bewältigen, doch bevor das soweit ist, werden noch viele Gespräche geführt.

Vermisst wurde Ali Alam, der „Bürgermeister der Herzen“, allerdings ist bisher noch nicht bekannt, ob Herr Alam antreten wird. Der Moderator bestätigte eine Einladung an Herrn Alam, dieser sagte jedoch unter Berufung auf den noch nicht feststehenden Termin der Wahl ab. Aufgrund der Tatsache das die Kandidaten auch noch nicht festgelegt seien, hält der „Bürgermeister der Herzen“ den Zeitpunkt der Veranstaltung für verfrüht.

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